Westfälische Nachrichten vom 25.11.2009
Warendorf - Der Förderverein „Rettungsring“ ist zwar noch nicht
volljährig - aber er kann schon ganz gut laufen: In diesem Monat feiert
er seinen ersten Geburtstag. Seit dem 25. November 2008 setzt er sich
für die Beschaffung von Spendenmitteln für das Frauenhaus in
Warendorf ein und unterstützt dessen Arbeit.
Im ersten Jahr des Bestehens ist es den Initiatoren gelungen, einen
festen Kreis von zwölf engagierten Frauen zu gewinnen, die dort
ehrenamtlich mitarbeiten.
Pünktlich
zum Geburtstag präsentiert der Verein ein neues Projekt: Das Kochbuch
Manchmal koche ich vor Wut bietet eine vielfältige
Auswahl internationaler Rezepte. In Zusammenarbeit mit den Bewohnerinnen
des Frauenhauses entstand eine kulinarische Reise durch Europa und die
Welt. Unterstützung fand der Förderverein bei der Fotographin
Birgit Fabich aus Füchtorf, die das Buch mit ihren Bilder auflockert.
Die Fotos zeigen Sprüche rund um Heim und Herd - von den Frauen
des Fördervereins handgestickt.. Der Erlös kommt in vollem
Umfang dem Frauenhaus zugute.
Mit diesem Projekt möchten wir der Öffentlichkeit eine
positive Botschaft vermitteln und zeigen, dass wir etwas auf die Beine
gestellt haben, so Anneli Krieter, Mitarbeiterin des Frauenhauses
Warendorf. Der Titel spiegelt die Gefühlslage der Frauen
wider, wenn sie in das Frauenhaus eintreten und ihnen bewusst wird,
was man ihnen angetan hat. Die Wut wirkt heilsam und die Frauen können
die Vergangenheit besser verarbeiten, ergänzt Krieter.
Die Verteilung der Kochbücher ist ist großflächig und
kreisweit geplant. Sie werden in vielen Geschäften angeboten. Etliche
Zusagen liegen schon vor. Auch auf Weihnachtsmärkten, an allen
Adventssamstagen bei der Gärtnerei Murrenhoff in Freckenhorst,
in vielen Buchhandlungen und im Internet unter www.frauenhaus-warendorf.de
ist das Kochbuch zum Preis von 7,50 Euro erhältlich.
Die nächsten Projekte des Rettungsringe-Teams sind schon in Vorbereitung:
Sieben aus dem Kochbuch ausgewählte Motive wird es bald als Postkarten
zu kaufen geben und auch die Übersetzung eines Infoflyers des Frauenhauses
in fünf Sprachen ist fast abgeschlossen. Im nächsten Schritt
sollen die Faltblätter gedruckt werden und können dann auf
Wochenmärkten sowie bei Besuchen der vielen Integrationsstellen,
Sprachkurse und Treffpunkte für Migrantinnen im Kreis an die Frau
gebracht werden.
Dass der 25. November ein besonderer Tag für den Förderverein
ist, zeigt auch, dass am Mittwoch anlässlich des internationalen
Tages gegen Gewalt an Frauen eine Kampagne unter dem Motto Schwere
Wege leicht machen! gestartet wird. Ein breites Bündnis aus
Frauenhäusern hat sich zum Ziel gesetzt die Landesregierung in
Nordrhein-Westfalen zu überzeugen, eine bedarfsgerechte, gesicherte
Finanzierung aus einer Hand für alle Frauenhäuser zu schaffen.
Seit dem massiven Rückgang der Zuschüsse im Jahr 2005 muss
das Frauenhaus in Warendorf eine dringend benötigte vierte Stelle
komplett aus Spendenmitteln finanzieren: Der Förderverein
kann zwar die Kosten decken, doch die Zeit, die dafür aufgewendet
werden muss, geht den Frauen und Kindern im Frauenhaus verloren. Aber
wie sollen wir mit drei Stellen bis zu zwanzig Frauen und Kinder beraten,
betreuen, begleiten und 24 Stunden an 365 Tagen Notfallhilfe anbieten?,
kritisiert Anneli Krieter das Verhalten der Landesregierung.
Weitere Informationen zu der Kampagne gibt es heute von 10 bis 12 Uhr
in der Fußgängerzone in Warendorf an einem Infostand.
Bild: (Reisloh)